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Wie findest du den „richtigen“ Laufschuh?

Ein Rückblick in die Geschichte der Schuhentwicklung und 6 Tipps für deinen Laufschuhkauf

 

Wenn du mit dem Laufen beginnst, wird dich das Thema des Laufschuhkaufs relativ zeitnah einholen. Außer natürlich du hast schon welche.

 

Und auch wenn du schon laufend und bewegend aktiv bist, ist das „Schuhthema“ immer wieder aktuell.

 

Warum ist das „Schuhthema“ nun so aktuell?

 

1. Ein Blick in die Geschichte der Laufschuherstellung und der Bewegungstrends

 

Laufen/Joggen ist ein Trend, der 1961 begann. Der Trainer Arthur Lydiard gründete damals in Neuseeland den ersten Jogging Club. 1962 brachte Bill Bowerman die Idee in die USA und von dort verbreitete sich das Joggen in die Welt. Bowerman konstruierte auch maßgeblich einige der ersten Laufschuhe mit, damals mit der neu gegründeten Firma Nike. Schnell erlangte Nike kommerziellen Erfolg, insbesondere durch die Bindung von Olympioniken. Auch heute funktioniert dieses System hervorragend 😉.

 

1970 kam der für den Laufsport entwickelte Schuh „Roadrunner“ von Arthur Lydiard und dem Sportschuhmacher Eugen Brüttling auf dem Markt. Dieser Schuhe beinhaltete erstmals eine Mittelsohle aus Zellgummi zur Dämpfung. Bis dahin war Dämpfung, wie wir sie heute kennen, kein Thema.

 

Nicht zu vergessen: Bereits 1925 stellte die Firma Gebrüder Dassler Schuhfabrik ihren ersten Laufschuh her (heute Adidas).

 

Du kannst dir vorstellen, dass mit der Schuhherstellung auch der Start des Joggingtrends vorbereitet war. Erste Dauerlaufgruppen gab es in Deutschland zwar bereits in den 1950er Jahren organisiert von dem Laufdoktor Ernst van Aaken, diese waren aber eher Leistungssportlern vorenthalten.

 

Laufen hatte bereits im 17. und 18. Jahrhundert besonders bei den willensstarken Engländern eine wichtige Bedeutung. Dort wurden damals schon Wettkämpfe ausgetragen. Der damalige Trend führte also schon vor 200 Jahren dazu, dass sich teile der englischen Gesellschaft auf die Fortbewegung mit ihren beiden Füßen konzentrierten, statt mit der Kutsche unterwegs zu sein. Das ist doch sehr löblich, aus heutiger Sicht.

 

Ab 1896 trugen die modernen olympischen Spiele dazu bei, dass Laufwettbewerbe populär wurden.

 

Und diese Zeit der 70er und 80 Jahre fällt z.B. in Deutschland auch in die riesige TRIMM DICH BEWEGUNG. Damals wurde von 1970 bis 1986 in Deutschland eine in ihrer Dimension unvergleichbare Sportbewegung etabliert. Alle waren dabei: Krankenkassen, Politik, Wirtschaft, Medien. Damals sollte in der BRD den negativen Folgen des Wirtschaftswunders (Herzkreislauferkrankungen, Übergewicht) der Kampf angesagt werden. 94% aller Erwachsenen und 99% aller Jugendlichen kannten die Trimm-Dich-Bewegung.

 

Stell dir vor, solch eine Bewegung gäbe es heute wieder! Das wäre doch gigantisch und würde uns allen wohl sehr guttun.

 

Ich bin davon überzeugt, dass das Marketing der Firmen vor 40-50 Jahren, die Entwicklung von gedämpften Schuhen und die Fitnessbewegungen in den Ländern den Joggingtrend richtig vorantrieb.  Die Schuhe ermöglichten nämlich auch das längere und sehr „bequeme“ Laufen auf dem harten Asphalt. Bis dahin gab es vor allem nur Crossveranstaltungen in der Natur oder auf Aschebahnen.

 

Übrigens: Jogging kommt von „trotten“ und wer will schon trotten? Daher verwenden viele Läufer das Wort joggen nicht mehr häufig, mich inbegriffen. Aber wir wissen alle, was gemeint ist und das ist auch gut so.

 

2. Bewegung heute – Schuhe sind das Nonplusultra oder nicht?

 

Nach Jahrzehnten des Aufwinds der Sportschuherstellung erwartet uns Konsumenten ein riesiger Laufschuhmarkt. Wie soll man da den richtigen Schuh finden?

 

Gut das es die Fachgeschäfte gibt. Dort erhältst du eine gute Beratung und wirst mit deiner Entscheidung für den „richtigen“ Schuh nicht allein gelassen. Als Laufanfänger und Bewegungsstarter ist der Besuch eines Fachgeschäftes aus meiner Sicht eine sehr wichtige und notwendige Maßnahme.

 

Welche Punkte hinsichtlich des Laufschuherwerbs interessant sind, erfährst du jetzt in meinen 6 Tipps.

 

6 TIPPS für deine ersten Laufschuhe

 

1. Tipp - Starte zuerst mit der Bewegung, Schuhe sind „nur“ Hilfsmittel!

 

Du willst starten, glaubst aber, dass du erst „richtige“ Schuhe brauchst? Entscheidend ist, das du anfängst, dich zu bewegen. Du kannst auch mit Bergstiefeln oder deinen 20 Jahre alten Tretern raus in die Natur gehen und dein Herz-Kreislauf-System in Schwung bringen. Du kannst dich auch drinnen barfuß bewegen oder auf einer gemähten Wiese ohne Schuhe in Bewegung kommen. Der Schuh ist dabei nur ein Hilfsmittel. Also fang an. Aber plane dir in den ersten 4-6 Wochen deines Bewegungsstarts eine Laufschuhberatung ein. Nutze vor allem jetzt deine Bewegungsmotivation! Mit dem passenden Wohlfühlschuh klappt es dann meist noch etwas besser.

 

 

2. Tipp - Suche dir ein Laufsportfachgeschäft in deiner Nähe.

 

Meine Tipps für Sachsen:

 

·        Laufsportladen Dresden: www.laufsportladen.de

 

·        Lokale Händler im Netz: www.run1st.de 

 

3. Tipp - Nimm dir für die Beratung und den Kauf 1 Stunde Zeit

 

Eine gute Beratung dauert seine Zeit. Dazu gehört eine Laufbandanalyse und die daraus resultierenden Laufschuhempfehlungen. Lass dir Zeit und spüre dich in die Schuhe hinein. Bestenfalls stellt der Verkäufer dir ca. 3 Paar Schuhe zur Auswahl. Vertraue ihm, es ist sein Job, dir zu helfen und dich zu unterstützen. Und er möchte natürlich auch langfristig für dich da sein!

 

4. Tipp - Aussehen ist toll, Nutzen ist wichtiger!

 

Natürlich sind schicke Schuhe auch etwas Feines. Aber beim Laufschuh steht die Funktionalität und besonders das Wohlgefühl im Schuh im Vordergrund. Da darfst du unbedingt beim Aussehen einige Abstriche machen. Mittlerweile sind die Schuhe aber auch echte Hingucker. Und gern dürfen Sie etwas auffälliger sein. So siehst du Sie, wenn du früh durch deine Wohnräume gehst. Die Schuhe dürfen gern einen besonderen sichtbaren Platz bei dir einnehmen!

 

5. Tipp - Kaufe nicht Online!

 

Für deine ersten Schuhe solltest du nicht online kaufen. Die Gefahr, dass die Schuhe sich nicht gut anfühlen, deinen Laufstil verändern, zu eng oder zu groß sind, ist dabei immer gegeben. Ich selbst habe diesen Fehler oft gemacht. Letzten Endes habe ich damit kein Geld gespart, sondern Geld eingebüßt. Und auch wenn man die Schuhe zurücksenden kann, besteht immer die Chance, den Falschen zu erwischen. Und du willst dich doch bewegen und nicht ewig durch Onlineversand auf den scheinbar „richtigen“ Schuh warten oder?

 

6. Tipp – Beschäftige dich erstmal nicht mit all den Themen wie Sprengung, Torsion, Dämpfung und den ganzen unterschiedlichen Herstellungsverfahren, den Materialien, den unterschiedlichsten Schuhtypen etc. Das übernimmt gern der Laufschuhprofi für Dich! Frage ihn, er hilft dir weiter!

 

Fazit:

 

Zum Bewegen musst du keine Bücher studieren oder dich wochenlang theoretisch damit beschäftigen. Bewegen geht sofort, in deinen Wohnräumen oder vor der Haustür. Gehe einfach los!

 

Und leiste dir spätestens nach 8 Wochen ein paar Schuhe und gönne dir die Zeit der Laufschuhberatung. Das ist nämlich Zeit für Dich, Zeit die du für ein gesundes Leben investierst.

 

Also, auf geht’s. Bleib in Bewegung

 

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