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Warum ist das Laufen im Wald so gesund? Teil 1 von 2

 

 

Forestrunning? Waldlaufen? Die Begriffe beschreiben nichts anderes als das Laufen im Wald. Gut, was ist schon dabei, ist das ein neuer Trend? Ja, Nein, vielleicht! Später eventuell. Es geht mehr um die Art und Weise im Wald zu laufen, sich im Wald zu bewegen, sich im Wald zu spüren, das ist entscheidend. Das Bewusstmachen des Nutzens eines Waldlaufes ist dabei sinnvoll und erkenntnisreich. Laufen im Wald kann weit Nutzen bringen als Laufen in der Stadt, auf Asphalt. Laufen im Wald hat vor allem auch einen stark gesundheitlichen Aspekt. Aber nun von vorn. 4 Wirkungen des Waldlaufes kurz vorgestellt:

 

1. Gesundheitswirkungen des Waldes - Waldbaden aktiv und vernünftig

 

Waldbaden ist in Deutschland angekommen, ein Trend geworden. Gut so! Waldbaden beschreibt das Eintauchen des gesamten Menschen in das Waldklima, in die Waldatmosphäre, ein Schonklima, ein entspannendes Klima wohlgemerkt. Entspannend ist es für die Atemwege, die Schleimhäute, bei Asthma usw.

 

Begründet wurde das Waldbaden von Prof. Ching Li aus Japan, untersucht und weiterentwickelt in der gesamten Welt. Eigentlich ist das Wissen gar nicht so neu. Die Erkenntnis, dass der Wald mit seinem angenehmen, wenig reizenden Klima uns Menschen guttut, ist auch in Deutschland schon lange bekannt, hier im Rahmen der Klimatherapie, der klimatischen Terrainkur, Frischluft-Liegekur, der Waldtherapie sowie im Bereich nutzbarer Kur und Heilwälder.

 

Was kann ein Aufenthalt im Wald nun bewirken?

 

Drei für mich tolle gesundheitliche Wirkungen kurz vorgestellt.

 

1. Wir wirkt sich der Waldaufenthalt auf den Stresspegel aus?

 

Nach mehrstündigen Waldaufenthalten nimmt die Aktivität des Parasympathikus zu, dem Zentrum für unsere Entspannung. Der Blutdruck sinkt, ebenso die Herzfrequenz. Entspannung, Ausgeglichenheit und Ruhe kann sich einstellen. Das steht fest. Also, Laufschuhe an, Arbeit Arbeit sein lassen, in den Wald fahren, loslaufen, schön langsam, genießend, spazierend oder im Wald sitzend reicht auch.

 

2. Wie wirkt sich der Waldaufenthalt auf das Immunsystem aus?

 

Einiges deutet darauf hin, dass Waldaufenthalte das Immunsystem stärken. In unserem Körper wirken dabei die sogenannten NK Zellen, die natürlichen Killerzellen. Das klingt schon mal gut oder? Der Anstieg der Immunglobuline A, G und M durch Waldaufenthalte konnte beobachtet werden. Zudem wurde in einer japanischen Studie die positive Wirkung der Botenstoffe (Phytonizide) auf das Immunsystem beschrieben. Andere Studien wiederum konnten diese Ergebnisse nicht ermitteln. Also da bleibt es spannend. Weitere Forschungen werden da Licht ins Dunkel bringen, aber es sieht gut aus für unser Waldläufer-Immunsystem.

 

3. Wie können Waldaufenthalte bei der Therapie von Atemwegserkrankungen helfen?

 

Wenn du in einer Stadt wohnst, belastet mit feinen Stäuben und was sonst noch so auf dich einwirkt, kann der Waldbesuch verbunden mit einem feinen Läufchen wunderbar entlastend auf dich und damit deine Atmungsfunktion- und Organe wirken. Asthmatiker z.B. benötigen zur Verhinderung einer Verschlechterung Ihres Krankheitsbildes sauber Luft. Und die gibt’s im Wald, in Massen und eben oft auch nur noch im Wald. Tolle Erkenntnisse dazu: 20 Patienten mit chronischer Atemwegserkrankung (COPD) besuchten mehrere Tage den Wald. Ergebnis: alle Entzündungsparameter sanken. Waldaufenthalte können wohl auch bei Neurodermitis helfen. Klasse. Bitte weitersagen! Daraus kann man nun vieles ableiten. Laufen im Wald, Stadtleben vermeiden. Es ist die Entscheidung jedes einzelnen. Deine Entscheidung!

 

Im Übrigen ist auch entscheidend, wo du wohnst, also die Wohnumgebung, das Lebensumfeld, besonders für Kinder, Erkrankte, für jeden Menschen. Die Rückkehr zur Natur gilt es also anzugehen. Mehr dazu im Punkt 3. – dem Biophiliaeffekt.

 

Beste Infos zu den gesundheitlichen Wirkungen eines Waldbesuchs und vieles mehr findest du dazu im Sachbuch „Waldtherapie“ von Prof. Dr. Dr. Angela Schuh und Gisela Immich. Sehr empfehlenswert! Fachlich, vollständig, umfangreich. Tiptop.

 

2. Wald als Trainingscenter – Ganzkörpertraining im Einklang mit der Natur

 

In größeren, natürlichen Wäldern findest du alles, was du für ein allumfassendes Lauf- und Bewegungstraining brauchst. Bäume zum Klettern, Bäche zum Hindurchwaten, unterschiedlichste Hindernisse zum Überspringen oder durchkriechen, Gewichte wie Steine und Baumteile zum Werfen, Tragen und Ziehen, Gegenstände zum Balancieren. Alles ist da. Probiere es einfach aus, auch wenn es für dich am Anfang komisch ist, du ungewohnte Blicke auf dich ziehst. Irgendwann ist es dir egal, du machst es für dich, deinen Körper, deine Gesundheit.

 

Auf einen Baum zu klettern wird oft nur Kindern vorbehalten. Wenn der Ron da oben sitzt, wirkt es eventuell komisch. Aber die meisten Spielplätze sind nur bis 12 Jahre freigegeben. Dort darf man eigentlich als Erwachsener gar nicht klettern. Nur im Sitzen oder rumstehen den Kindern beim Bewegen und klettern zuschauen, das gänge. So ein Quatsch finde ich, zumindest aus physiologischer Sicht. Also Erwachsene, rauf auf die Bäume, rauf auf die Gerüste, die Balancierseile, Hängebrücken usw.! Bewege dich wieder wie ein Kind!

 

Achte dabei auf dich und deine menschliche wie tierische Umwelt. Entdecke deine unterschiedlichsten Bewegungsmöglichkeiten. Du kannst mehr als nur ein Bein vor das andere setzen. Probiere es aus, mit Vernunft, ohne Gewalt und mit Respekt dir und deinen Fähigkeiten gegenüber.

 

Im Teil 2 des Artikels erhältst du wichtige Infos zum Biophiliaeffekt und der Propriozeption beim Waldlauf. Dieser erscheint am 19.04.2021

 


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