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Warum ist das Laufen im Wald so gesund? Teil 2 von 2

3. Dein persönlicher Biophiliaeffekt – Weil wir alle Naturwesen sind

 

Wir sind alle mit der Natur verbunden, wir stammen von ihr ab, sind aus ihr entsprungen. Wir sind Natur, nicht mehr und nicht weniger. Aber doch eine beachtliche Menge ist abgekommen, hat sich entfremdet von Ihr. Unsere Erde könnte ewig davon erzählen, sprachlich kann sie es aber nicht, also zeigt Sie es uns. Wir müssen nur die Augen öffnen.

Das „Natur-Defizit-Syndrom“ wird es dabei wohl bald in die Krankheitslisten schaffen. Aber es gibt viele Wege aus diesem Dilemma heraus. Jeder kann die Wege zur Naturverbundenheit wieder finden und gehen.

 

Biophilia – das heißt Liebe zur Natur, und genau diese Liebe ist uns allen verankert. Bei einem schönen Waldlauf hast du die Chance, diese Liebe immer wieder neue kennen zu lernen und zu festigen. Aber, und das ist entscheidend, achtsam muss du laufen, moderat, mit Blick und Sinn für deine Umgebung, ohne Pulsuhr, Smartphone etc. Und du solltest dir erlauben, auch mal stehen zu bleiben. Ich tue das vor allem bei Sichtkontakt mit Tieren, Eichhörnchen, Rehen, Füchsen, Waldameisen und den Wildgänsen im Herbst. Das ist für mich ein Hochgenuss. Du hast noch keine Tiere beim Laufen gesehen? Dann probiere es früh, du musst als erster am Feldrand des Waldes entlanglaufen. Oft stehen die Rehe dann noch draußen, später verziehen Sie sich ins Unterholz. Oder abends, im Sommer ab 20.00 Uhr. Oder nachts mit Stirnlampe. 

 

4. Propriozeption – es geht auch ohne Maschinen

 

Wir sind freie Menschen und damit auch recht freie Läufer. Jeder kann sich sein Laufen, sein Training zusammenstellen, wie er mag. Aber: ich bezweifle ernsthaft, dass die Entwicklungen neuester Trainingsgeräte für den normalen, recht gesunden Bürger notwendig sind. Eventuell ja, hier und da effizienter. Aber ganz ehrlich, ich würde mich wahrscheinlich nie auf einem „Wackelbrett“ durchrütteln lassen, um meine Tiefenmuskulatur zu stärken. Das ergibt für mich persönlich keinen Sinn. Aber jeder hat das Recht dies zu tun. Kein Ding. Im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen etc. kann das Vibrationstraining sicher auch sinnvoll sein. Aber ich persönlich erachte es im normalen Leben als nicht notwendig.

 

Eher nutzte ich selbst dann den letztens umgefallenen Baum für leichte Balanceübungen, stelle mich barfuß auf den Waldboden oder wate vorsichtig durch einen Bach mit seinen runden, rutschigen Steinen. Beste Übungen für Kraft und Koordination und zugleich draußen an der frischen Luft inmitten der Natur. Das empfehle ich dir wärmstens. Spare dir das Geld um dich elektrisch angetrieben durchrütteln zu lassen. Empfohlen wird das Training mit der Rotationsplatte sowieso nur mit ausgebildetem Trainer.

 

 

Warum?

 

1. Die ungebremste, nicht direkt kontrollierte Vibration kann ein Mini-Schleudertrauma auslösen.

2. Solltest du an fortgeschrittener Osteoporose leiden, dann können vorzeitige Knochenbrüche die Folge sein. Klingt extrem, kann aber eintreten. Also alles in Maßen und mit passender Dosis, wenn es ein Indoor-RotationsplattenTraining wirklich sein muss.

 

Zurück zur Propriozeption.

Das Wort beschreibt im konkreten die Eigenwahrnehmung oder auch Eigenaufnahme deiner Bewegungen sowie die Wahrnehmung deiner Lage im Raum, also die sensomotorische Wahrnehmung. Man unterscheidet dabei den Stellungs,- Kraft, - und Bewegungssinn. Mit geschlossen Augen kannst du zum Beispiel die Stellung deiner Sprunggelenke wahrnehmen (Stellungssinn). Information über die Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit liefert dabei der Bewegungssinn. Der Kraftsinn ermöglicht uns das Erhalten bestimmter Stellungen mit der dafür maximal nötigen Kraft, zeigt uns also die möglichen Belastungen an.

 

Das Laufen im Wald, außer beim Laufen auf hart geschotterten und asphaltierten Waldwegen, bietet dabei optimale Bedingungen für dein propriozeptives Training.

Drei Tipps dazu:

 

Tipp 1: Einbeinstand

Statt dem von mir genannten Wackelbrett, darfst du gern mal barfuß über eine Wiese gehen und stehend einige Übungen machen, gern auch mal im superweichen Sand, auf einem gefalteten Handtuch etc. Wechsele vom Zweibeinstand in den Einbeinstand, drücke dich nach oben, schwinge leicht, rolle über die Füße ab, kipple ein wenig, teste ganz sanft die Beweglichkeit der Gelenke, Bänder und Sehnen und versuche am Ende deine Beine durch unrunde Bewegungen des Oberkörpers aus der Balance zu bringen, gern auch mit Gegenständen in der Hand. Schwieriger wird’s auch mit geschlossen Augen. Aber bleib achtsam dabei, übertreibe es nicht! Weniger kann manchmal mehr sein.

Eine Wackelplatte kostet übrigens zwischen 99 und 2000 Euro! Mein ultimativer Investmenttipp. Kaufe dir ein paar flexible, dünne „Barfußschuhe“ und übe damit ein wenig! Mehr dazu später in der Vorstellung des Lauftrends „Barfußlaufen“

 

Tipp 2: Balanciergerät schnell selbst im Wald zusammensuchen und üben. Suche dir dafür ein größerer glatter Stein, einen Erdhügel, einen dickeren Baumstamm. Dazu noch 2 stabile dünnere Stämme. Baue dir daraus eine kleine Wippe. Und los geht’s.

 

Tipp 3: Untergründe wechseln. Wälder bieten dir alle möglichen Untergründe für ein abwechslungsreiches Training. Das ganze sanft mit Fußtrainern durchgeführt, herrlich und sinnvoll zugleich. 

 

Nun kennst du dich aus mit den Wirkungen des Laufens im Wald. 

 

Also, auf geht`s. Viele Freude beim Ausprobieren!

 

 

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