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Du brauchst keine Ziele! Oder doch?

 Wie ist das bei dir?

  • Sitzt du am Ende des alten Jahres da und überlegst dir, welche Laufziele oder anderen Lebensziele du im neuen Jahr erreichen willst?
  • Ist es sogar so, dass du selbst gesteckte Ziele dringend brauchst, damit du dich überhaupt in Bewegung setzt und dein Sofa verlässt?
  • Und wie ist das für dich, wenn du ein Ziel erreicht hast. Was passiert danach?

Wenn ich in meine über 20-jährige Zeit als Läufer und Beweger zurückschaue, erinnere ich mich gut daran, mir solche Etappenziele gesteckt zu haben. Oft war es dann so, dass ich z.B. für die Verbesserung meiner 10km Zeit intensiver und systematischer nach einem Plan aus irgendeinem Laufbuch trainierte. Wenn du ambitionierter Wettkampfläufer bist, machst du das eventuell ähnlich oder nutzt die Vorgaben deiner technischen Geräte.

 

Wenn du dich ausschließlich als Gesundheitsläufer siehst und Wettkämpfen nichts abgewinnst, dann hast du sicher andere Gründe, laufen zu gehen und dich regelmäßig zu bewegen oder?

Brauchst du dann überhaupt ein Ziel und wenn ja, welches Ziel ist das in deinem Fall?

 

Ich bin davon überzeugt, dass du (meist) keine Ziele brauchst!

 

Steile These oder?

Warum bin ich davon überzeugt?

 

Ziele sind oft nur kurzfristige Angelegenheiten. Man arbeitet meist eine gewisse Zeit auf ein Ziel hin. Ob im beruflichen Leben, im privaten Bereich, überall werden Ziele erstellt, Zielvereinbarungen für Arbeitsprozesse entworfen und Firmenziele entwickelt. Ich kenne das aus meiner 10-jährigen Arbeit als Pädagoge.

 

Jedes Jahr arbeiteten wir an einem Teamziel. Dieses wurde in drei Stufen aufgebaut. Jede Stufe war in Prozenten angegeben und für uns als Team war es wichtig, diese Stufen zu erreichen. Denn am Ende des Jahres fanden die üblichen Auswertungsgespräche statt. Zudem musste sich auch jeder Mitarbeiter persönliche Entwicklungsziele im Beruf vornehmen. Diese wurden aufgeschrieben und der Chef bewertete, natürlich sehr human, die Ergebnisse. Leistungsorientierte Bezahlung heißt das ganze noch heute, kurz ausgedrückt: LOB 😊

 

Wenn ich darüber jetzt nachdenke, stelle ich hinter dieses gesamte System ein riesiges Fragezeichen. Es passt für mich überhaupt nicht in die pädagogische Arbeit. Für diesen Freitagsimpuls ist es jedoch ein schöner Ausflug verbunden mit eigenen Erinnerungen. Nun frage ich mich immer mehr:

  • Warum macht man das überhaupt, seinen Mitarbeitern Ziele zu geben oder selbst erstellen zu lassen?
  • Warum erstellst du dir eigentlich Ziele für dieses oder jenes?
  • Warum müssen Pädagogen Ziele erreichen?
  • Geht man als Vorgesetzter womöglich davon aus, dass ein Pädagoge Ziele braucht, damit er seinen Beruf gut ausübt?

Nun, darüber kann sicher jeder sein eigenes Bild machen. Aber ganz ehrlich, wenn ein Pädagoge Ziele zur Motivation für seine Arbeit mit Menschen benötigt, um diese gut auszuführen, hat er wahrscheinlich den falschen Beruf gewählt. Der Beruf sollte doch eine Herzensangelegenheit sein. Den Beruf würde man, wäre es wirklich eine Herzensangelegenheit, dann auch mit Herz und täglicher Begeisterung ausüben. Die nähere Betrachtung würde jetzt aber zu weit führen. Du merkst aber eventuell, worauf ich hinaus will. In meinem beschriebenen Beispiel des Pädagogen kommen die Ziele oder die Idee, dass man Ziele braucht, wahrscheinlich nicht vom Menschen selbst, sondern von außen.

 

Zurück zum Laufen und der gesunden Bewegung.

 

Klar können dich Ziele motivieren, in Bewegung bringen und an der Erreichung dieser arbeiten lassen. Das ist auch manchmal eine gute Sache. Aber letzten Endes ist es immer nur ein Abschnitt im (Läufer)Leben, im Arbeitsprozess oder beim Bewegungstraining. Die Frage ist: entsteht die wirkliche Begeisterung für die regelmäßige Bewegung tatsächlich durch deine erstellten Ziele?

 

Entscheidend sind für mich vielmehr folgende Fragen und deine dazu passenden Antworten.  

  • Wer möchtest du sein?
  • Wie möchtest du mit 80 Jahren, bezogen auf deine Gesundheit, leben?
  • Was kannst du heute dafür tun, dass du auch mit 80 Jahren rundum gesund bist?

Beantworte gern einmal diese Fragen für dich!

 

Wenn du das intensiv gemacht hast, am besten sogar schriftlich, dann wirst du ganz automatisch „Ziele“ finden, ohne dass du dir diese Ziele vorher überlegen oder erarbeiten musstest. Du veränderst also komplett deine Herangehensweise an das große Thema Ziele. Die Ziele werden für dich in den Hintergrund rücken. Bestehende Ziele werden immer weniger wichtig. Für dich dürfen künftig folgende Fragen wichtig sein.

  • Wer bist du ab sofort?
  • Wie lebst du ab sofort?
  • Was tust du ab sofort?
  • Wie bewegst du dich ab sofort?

Also, mach dir keine großen Gedanken mehr über deine Ziele. Denke lieber darüber nach, wer du als Mensch eigentlich sein willst und wie du in Zukunft leben wirst!

 

Hast du das getan, dann beginne so zu leben!

 

In diesem Sinne, bleib in Bewegung und sei achtsam mit dir.

 

Dein Ron Hoffmann

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