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Angst? Mit Bewegung, moderatem Laufen und einem anderen Blick kannst du ihr begegnen!

 

Teil 1 von 2 – Die Angst und dein Umgang mit ihr.

 

Angst vor Corona, Angst vor dem Sterben, Angst vor einer negativen Impfwirkung, Angst vor Kontrolle, Angst vor Diskriminierung, Angst vor Ansteckung, Angst vor Verlust, Angst vor Bestrafung, Angst vor Krankheit, Angst vor schiefen Blicken, Angst vor Ablehnung, Angst vor Spinnen, Angst vor Aufzügen, Angst vor der Dunkelheit, Angst vor Hunden, Höhenangst, Versagensangst, Angst vor Menschengruppen, Existenzangst ………..

 

Derzeit habe ich das Gefühl, dass uns Menschen eine Angstwelle überrollt. Es ist eine Welle aus unterschiedlichen Ängsten und ich stelle an mir fest, dass auch ich davon nicht unberührt bleibe. Aber dass ist natürlich auch nur meine Sichtweise.

 

Wie fühlst du dich gerade in dieser Zeit? Welche Ängste verspürst du? Was bewirken diese Ängste für Reaktionen bei dir? Und wie gehst du mit deinen Ängsten um?

 

Oder bist du einer der Menschen, der auch in dieser Zeit stets innerlich ruhig und ausgeglichen ist?

 

Dann darf ich dich beglückwünschen! Dann hast du für dich bereits Strategien entwickelt, um mit deinen Gefühlen und Emotionen hinsichtlich unterschiedlicher Ängste gut umzugehen.

 

Angst gehört zur Natur des Menschen

 

Angst ist erstmal nichts Schlechtes, im Gegenteil. Angst hat die Funktion des Selbstschutzes. Angst aktiviert die Sinne und schärft die Körperreaktionen. Angst ist ein Überlebensmechanismus. Und wir reagieren körperlich wie auch psychisch auf Angst. In der Regel vermeiden wir Angstsituationen und handeln so, dass die Angst nicht größer wird. Ich fahre zum Beispiel nie Achterbahn, da habe ich echt Angst und ich will dieses Gefühl der superschnellen Fahrt einfach nicht erleben. Und eventuell habe ich zu viel über Achterbahnunglücke gelesen oder meine Unglücksvorstellungen sind zu groß. Ich vermeide also das Entstehen dieser Angst, weil ich sie schon erwarte. Damit kann ich gut leben. Achterbahnfahren ist für mich nicht lebensnotwendig.

 

Wie ist das bei dir? Hast du eventuell Angst vor der Finsternis im Wald wie viele Menschen? Dann wirst du sehr wahrscheinlich nie allein in einen dunklen Wald gehen oder? Du erwartest dort das Auftreten eines unheimlichen Gefühls, eventuell eine entstehende Ohnmacht oder eine andere nicht beherrschbare Situation. Es ist also völlig klar, dass du einen Waldaufenthalt im Dunklen dann vermeidest, so wie ich jede Achterbahnfahrt vermeiden würde.

 

Du siehst, wir Menschen setzen uns keinen unnötigen Gefahren aus. Und das ist prinzipiell eine gute Sache. Denn hinter den meisten Ängsten steckt eine ganz wesentliche Angst: Todesangst! Und die meisten von uns wollen den Tod um jeden Preis vermeiden.

 

Du willst aber leben oder? Also schätzt du für dich immer wieder ein, welche Lebenssituationen dir schaden könnten. Und dann vermeidest du diese Situationen mit allen damit einhergehenden Konsequenzen. Wenn das Risiko für dich weniger hoch erscheint, gehst du mit den Situationen sicher auch entspannter um oder?

 

Schlecht wird es, wenn Ängste sich hin zu Phobien entwickeln, also zu krankhaften Angstzuständen.

Du hast zum Beispiel Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus oder vor einer lebensbedrohlichen Krankheit allgemein?

Du kannst dir nun folgende sensible Fragen stellen und diese ehrlich beantworten.

 

·        Was steckt hinter dieser Angst vor Ansteckung oder lebensbedrohlicher Krankheit?

 

·        Ist es die Angst, am Virus oder der Krankheit zu sterben?

 

·        Wenn ja, warum hast du Angst vor dem Sterben?

 

·        Welchen Anteil nimmt Sterben in deinem Leben ein?

 

·        Welche Auswirkungen hat diese Angst auf dein Verhalten?

 

·        Was verstärkt deine Angst?

 

·        Was kannst du selbst tun, damit du angstfreier durch das Leben gehen kannst?

 

Diese Fragen sind durchaus wichtig, gerade in der jetzigen Zeitqualität. Und auch wenn es dir schwerfallen mag, du darfst gern einmal den Prozess starten und Antworten auf diese Fragen finden. Mit dem Lesen der Fragen hast du diesen Vorgang nun bereits begonnen.

 

Was kannst du tun?

 

Du kannst die Antworten jetzt einfach wegschieben. Du kannst die entstehenden Gefühle leugnen, bagatellisieren oder schönreden. Oder du versuchst, die auftretenden Gefühle anzunehmen und diese als Teil deines Lebens zu begreifen.

 

Das wäre aus meiner Sicht der erste Schritt, deinen Ängsten zu begegnen. Denn die Angst vor Krankheit und Tod ist eine Angst, die unser Leben am stärksten beeinflussen kann.  Damit sollten wir uns also hin und wieder beschäftigen. Dann kannst du bestimmt auch mit den zueinander gehörenden Polaritäten Leben und Tod besser umgehen.

 

Dinge wie Waldaufenthalte im Dunklen oder Achterbahnfahrten müssen wir dagegen weniger betrachten, denn wir können diese einfach vermeiden und trotzdem sehr gut leben.

 

Meine Bewältigungstrategien

 

Ich selbst versuche mir ein angstfreies Umfeld zu schaffen, keine angstmachenden Meldungen mehr zu konsumieren und negative Angstenergien zu neutralisieren. Sollte ich dann eine solche Meldung trotzdem lesen, weil sie mir zum Beispiel bei Facebook angezeigt wird, gehe ich in einen kurzen Prüfungsprozess. Ich schaue, welche Bedeutung die Meldung für mein Leben hat und welchen Wert ich ihr beimesse. Das habe ich schon immer so getan. Ob bei Berichten zu Terroanschlägen, Bildern aus Bergamo oder Krematorien der Region, Katastropheneindrücken aus dem Ahrtal, ich schaue was genau diese Informationsmomente für mich und in letzter Konsequenz für meine Familie und Freunde bedeuten. Und ich habe begonnen, einige dieser Darstellungen zu prüfen. In letzter Konsequenz habe ich begonnen, nur das zu glauben, was ich selbst sehe, spüre, fühle und lebe, also was mir meine Sinne ermöglichen.

 

Und genau das ist mein Tipp für dich, den du sofort anwenden kannst.

 

Solltest du dich mit angstmachenden Meldungen auseinandersetzen, dann ist es  DEINE VERANTWORTUNG, wie du darauf reagierst, welche Bedeutung du der Meldung gibst, was die Meldung in deinem Körper und deine Seele auslöst und wie du die Meldung auf andere Menschen und dein eigenes Handeln überträgst.

 

Die angstmachende Meldung kann schockierend sein, aber ob oder wie du dich schockieren lässt oder ob du in die selbe Angst gehst, liegt allein an dir! Zu Grunde liegen deine bisherigen Erfahrungen und Verhaltensweisen.

 

Was kannst du sofort tun?

 

1. Schritt: Nimm deine Angst z.B. Todesangst an!

 

Deine Angst ist nicht dein Gegner, den du bekämpfen musst. Deine Angst gehört zum Leben, daher lässt sie sich kontrollieren. Die Annahme deiner Angst kann sehr schwer sein, aber genau deswegen solltest du Schritt für Schritt in Kontakt mit ihr gehen und dich mit ihr beschäftigen.

 

Sage zu dir:

 

„JA, meine Angst gehört zu meinem Leben. Ich akzeptiere meine Angst als einen Teil meines Lebens!

 

2. Schritt: Konfrontiere dich mit deiner Angst!

 

Ich selbst hatte zum Beispiel in meiner Kindheit eine schlechte Erfahrung mit Hunden. Auch vor kurzem gab es wieder zwei ähnliche Situationen. Als Läufer ist das natürlich schlecht. Sollte ich nun meiner Sorge vor Hunden solch einen großen Raum geben, dass sich die Angst verstärkt? Sollte ich lieber zuhause bleiben, mich isolieren, jeglichem Hundekontakt aus dem Weg gehen?

 

Will ich mit der Konsequenz leben, dass ich mich dann nicht mehr draußen an der frischen Luft bewegen kann? Im Umkehrschluss würde das meiner Gesundheit mehr schaden als nützen oder? NEIN, das wäre für mich der falsche Weg!

 

Der bessere Weg wäre es, dass ich gezielt Hundebesitzer aufsuche, mich mit Ihnen austausche, von meinen Erlebnissen erzähle, meine Ängste äußere, mir Hilfe hole und bestenfalls mit verschiedenen Hunden in den direkten Kontakt gehen. Ich habe also die Wahl.

 

Bei der Angst vor schwerer Krankheit, einer Infektion oder Tod ist es aus meiner Sicht ähnlich.

 

Ja, wir könnten uns isolieren, ständig desinfizieren, Nähe zu unseren Lieben vermeiden, niemanden mehr besuchen, drinsitzen, ausharren…. Dann sinkt die Infektionsgefahr.

 

Aber wir müssen auch mit den möglichen Folgen leben z.B. mit Bewegungsmangel, Übergewicht, Vitamin D Mangel, Hautreizungen, psychischen Erkrankungen wie Phobien oder Depressionen, ungenügend aufgebauten Immunsystemen bei Kindern etc.

 

Jedes Handeln hat also auch Folgen, die jeder Mensch für sich abwägen darf und muss. Also konfrontiere dich mit deiner Angst, aber übertreibe es dabei nicht! Gehe die Auseinandersetzung langsam an.

 

Und wenn du Hilfe benötigst, hole dir Hilfe zum Beispiel bei einer Angsttherapeutin! Das ist keine Schande. Wenn du also extreme Angst oder schon eine Phobie oder Angstattacke entwickelt hast, suche dir Experten, die dich auf deinem weiteren Weg betreuen. Du musst nicht alles allein schaffen! Du darfst dir helfen lassen.

 

Hier für dich ein Link, falls du Hilfe benötigst.

 

Traumanetz-sachsen

 

Wenn du es für dich privat zulassen kannst und willst, dann empfehle ich dir zum Beispiel eine Dokumentation über die Palliativbetreuung zu schauen. Das Schauen der Doku kann in dir enorme Gefühle wie Traurigkeit auslösen. Ja, das ist aus meiner Sicht völlig normal. Dann lasse diese Traurigkeit zu, lass die Tränen fließen. Mach gern auch eine Pause beim Schauen oder schaue die Doku mit einem dir sehr vertrauten Menschen an. Dann bist du nicht allein. Solch eine Auseinandersetzung  und das Gespräch darüber können dir helfen, dich dem Thema Lebensendlichkeit anzunähern. Damit kannst du aktiv etwas tun, einen für dich angemessenen Umgang mit deinen Ängsten zu entwickeln. Mir hat diese Möglichkeit bereits sehr geholfen.

 

Neben den genannten Schritten mit deinen Ängsten umzugehen, kannst du aber auch durch moderate Bewegung wie dem gesundheitsorientierten Laufen große Unterstützung beim Umgang mit Ängsten finden.

 

Wie das geht und was bei moderater Bewegung in deinem Körper und mit deinen Ängsten passieren kann, erfährst du im 2. Teil des Beitrags am 26.11.2021.

 

Dein Ron Hoffmann

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